Silikattechnik & silin
 
 
 

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SILIKATTECHNIK


Trotz seiner enormen Härte und chemischen Stabilität ist Quarzgestein aufschließbar und erlaubt somit seine Verwendung zur solidesten Wandmalereitechnik, die es überhaupt gibt; denn sogar die Freskomalerei wird von der Silikattechnik (lat.: silex = Quarz) hinsichtlich Dauerhaftigkeit an Außenwänden in den Schatten gestellt! Die Silikatmalerei gehört zu den Seccotechniken, da auf getrocknetem, abgebundenem Putzmörtel gearbeitet wird.

Geschichtliches

Internationale bodenseemesse 1950Auf der ewigen Suche nach dem "Stein der Weisen" schmolzen Alchimisten des 14. und 15 Jahrhunderts unter anderem auch Quarzsand mit Pottasche. So fand Basilius Valentinus im 14. Jh. flüssigen Quarz, den er "liquor silicium" nannte. Dass dadurch unter Hinzufügung von Kalziumcarbonat unser Fensterglas entstand, sei nur nebenbei erwähnt. Wir bezeichnen den flüssigen Quarz heute als "Wasserglas". Seinerzeit wusste man nicht viel damit anzufangen.
Im Jahre 1818 hatte der Landshuter Universitätsprofessor Nepomuk Fuchs sowohl Kali als auch Natronwasserglas erneut entdeckt und baute darauf zusammen mit den Münchner Akademieprofessoren Schlotthauer und Wilhelm von Kaulbach um 1850 eine völlig neue Maltechnik auf, die er "Stereochromie" nannte.
Der Münchner Adolf Wilhelm Keim (1851-1913), entwickelte die Stereochromie zu einer soliden Mal- und Anstrichtechnik weiter. Der Augsburger Chemiker Lettenmayer verbesserte die Silikattechnik mehrfach. Damit war eine der größten Erfindungen Gebrauchsreif gemacht worden, die es bis dahin in der Zeit der alten Meister gegeben hat.
Das war aber nur deshalb möglich geworden, weil Vincent van Baerle seit 1865 Wasserglas fabrikatorisch herstellte.
Auch Vincent van Baerle, auf welchen A. W. Keim als Bezugsquelle für sein Wasserglas angewiesen war, versuchte, selbst Silikatfarben herzustellen. Auch seine Experimente dauerten Jahre, und auch er kam schließlich zu guten Ergebnissen.
Die SILIN- Farbwerke van Baerle in Gernsheim Rh. und die Fa. Keimfarben in Diedorf sind heute die bekanntesten Fabrikate.

aus Kurt Wehlte:
Werkstoffe und Techniken der Malerei

Van Baerle & Co. Silinwerk

64579 Gernsheim / Rhein

Tel.: 0 62 58 / 940 - 0
Fax: 0 62 58 / 25 61

URL: http://www.silin.com

© 2003 by silin-Fachberatung Bruno Gnant